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Biodiversitätsindex für Stadtbäume: 105 Arten im Überblick

Der Biodiversitätsindex 2021 für Stadtbäume bewertet 105 Baumarten und -sorten nach ihrem ökologischen Wert für Insekten, Vögel und Kleinlebewesen, auf einer Skala von 0 bis rund 6. Er stammt von SWILD im Auftrag von Grün Stadt Zürich (Schlussbericht 09.12.2021) und wird seit 2026 in der BAFU-Förderung Adapt+ als Priorisierungskriterium für Baumpflanzungen genutzt: Werte über 2 im Siedlungsgebiet bzw. ab 3 ausserhalb gelten als förderungswürdig.

Anzahl bewerteter Arten/Sorten
105
Publikation
SWILD / Grün Stadt Zürich, Schlussbericht 09.12.2021, Tabelle 9
Adapt+-Schwelle Siedlungsgebiet
> 2 (exklusiv)
Adapt+-Schwelle ausserhalb
≥ 3 (inklusiv)
Höchster Indexwert im Datensatz
Feldahorn (Acer campestre), 4.3
Stand
26.08.2026

Was der Index misst

Der Biodiversitätsindex bewertet, wie viel ökologische Leistung eine Baumart für ihr Umfeld erbringt — insbesondere als Nahrungs- und Lebensgrundlage für Insekten, die wiederum Vögel und andere Kleinlebewesen ernähren. Die Publikation unterscheidet zwei Basiswerte pro Art: einen Strassenbaum-Index (ohne Kronenvolumen, konservativer) und einen Park-Baum-Index (mit einbezogenem Kronenvolumen, meist höher).

Einheimische und lange eingebürgerte Arten mit komplexer Kronenstruktur erzielen tendenziell höhere Werte als exotische Zierbäume mit geringem Nahrungsangebot für lokale Insektenarten.

Wo der Index heute Wirkung hat

Die BAFU-Mitteilung UV-2554 zur Förderung Adapt+ (29.01.2026) verlangt in Kapitel 5.3.1 für die Baumartenwahl eine Priorisierung von Arten mit einem Biodiversitätsindex über 2 im Siedlungsgebiet bzw. mindestens 3 ausserhalb davon. Damit ist der ursprünglich rein wissenschaftliche Index zu einem Förderkriterium mit unmittelbarer finanzieller Relevanz geworden.

Zwei korrigierte Schreibfehler der Originalpublikation

Bei der Übernahme der Tabelle wurden zwei Tippfehler der Publikation selbst korrigiert, nicht durch uns verursacht: „Junglans regia" wurde zu Juglans regia (Walnuss), „Pterocarva fraxinifolia" zu Pterocarya fraxinifolia (Kaukasische Flügelnuss). Die Original-Falschschreibung bleibt in unserer Datenbank als Alias auflösbar, falls jemand exakt danach sucht.

Für Ihren Betrieb

Wenn Sie für eine Gemeinde ein Adapt+-Gesuch vorbereiten oder eine Pflanzenliste zusammenstellen, ist der Indexwert einer Art ein objektives, quellenbelegtes Argument gegenüber Auftraggeberinnen — unabhängig davon, ob Sie mit Gardinova arbeiten.

Für die Auftraggeberin

Der Index stammt aus einer unabhängigen Fachpublikation, nicht von einem Softwareanbieter — er lässt sich in einer Ausschreibung oder einem Förderantrag direkt als Beleg zitieren, ohne Herstellerbindung.

Was das nicht bedeutet

  • Der Index ist eine Fachpublikation von 2021, keine Rechtsnorm — eine künftige Revision durch BAFU oder eine Nachfolgepublikation könnte einzelne Werte ändern.
  • Für 3 unbenannte Ulmus-Hybrid-Sorten gibt es keinen etablierten deutschen Trivialnamen — wir haben keinen erfunden, das Feld bleibt bewusst leer.
  • Der Index bewertet die ökologische Leistung einer Art allgemein, nicht die Eignung für einen konkreten Standort (Bodenverhältnisse, Klimazone, Platzbedarf bleiben eigenständig zu prüfen).

Häufige Fragen

Was bedeutet ein Biodiversitätsindex von 2,9?
Ein Wert von 2,9 liegt knapp unter der Adapt+-Schwelle für Siedlungsgebiet (die exklusiv „> 2" verlangt, also 2,9 erfüllt diese) und unter der Schwelle „≥ 3" für Standorte ausserhalb — hier ist entscheidend, ob der Strassenbaum- oder der Park-Baum-Wert verwendet wird, da beide Basiswerte unterschiedlich ausfallen können.
Welche Baumart hat im Datensatz den höchsten Indexwert?
Der Feldahorn (Acer campestre) erreicht mit 4,3 einen der höchsten Werte im gesamten 105-Arten-Datensatz.
Ist der Biodiversitätsindex rechtlich bindend?
Nein. Er ist eine wissenschaftliche Fachpublikation. Bindend wird er nur mittelbar, wenn ein Förderprogramm wie Adapt+ ihn explizit als Kriterium in seine Richtlinien aufnimmt.

Quellen